Die Entwicklung neuer Polyisocyanate strebt in erster Linie an, Lackierverfahren mit gesteigerter Effizienz unter Erfüllung zunehmender ökologischer und qualitativer Anforderungen zu ermöglichen. Wesentliche Ziele sind:
Verringerung der Zahl von Arbeitsschritten, z.B. durch Reduktion der Anzahl der Lackschichten oder im ‚Nass-in Nass'-Verfahren,
weitere Reduktion der Lösemittelemisssion sowie
weitere Steigerung der mechanischen und chemischen Beständigkeiten.
Dabei steht die Entwicklung von Polyisocyanaten mit weiter verringerter Viskosität im besonderen Fokus. Beispiele solcher neu entwickelter Härter sind in Abbildung 10 aufgeführt. Mit diesen Härtern lassen sich so genannte "very high solids"-Lacke mit Festkörperanteilen über 90 % formulieren. Hierdurch werden hohe Schichtstärken in einem Arbeitsgang erzielt, ein ökonomischer Vorteil, insbesondere bei Dick- oder Mehrschichtaufbauten, z. B im Korrosionsschutz.
Darüber hinaus lassen sich niedrigviskose Polyisocyanate - neben hydrophilierten Polyisocyanaten - auch als Härter in wasserverdünnbare 2K-Polyurethan-Lacke einarbeiten.
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Abbildung 10: Auswahl niedrigviskoser HDI-Polyisocyanate (* Viskosität bei 23 °C)
Das überproportionale Wachstum gerade dieser modernen niedrigviskosen Polyisocyanate demonstriert, dass die Entwicklung der Polyurethanlacke auch 50 Jahre nach Einführung des ersten Lackpolyisocyanats nichts an Dynamik eingebüßt hat.
Literatur:
[1] DRP 728981 (1937) I. G. Farben; O. Bayer, Angew. Chem. 59, 257 (1947)
[2] D. Dieterich, Chemie in unserer Zeit, 24, 135 (1990)
[3] H. J. Laas, R. Halpaap und J. Pedain, J. Prakt. Chem./Chem. Ztg. 336, 185(1994)
[4] www.aktuelle-wochenschau.de/woche12/woche12.html, dort: Abb.8 und Abb.5