Polyurethan-basierte Glasbeschichtungen bieten Design-Alternativen zu durchgefärbtem Glas
Glasflaschen, transparente oder Milchglasfenster, Dekorelemente in Möbeln oder Haushaltsartikeln – Glas gehört bereits seit Jahrhunderten zu unserem Alltag. Jetzt eröffnen uns die polyurethanbasierten Beschichtungen von Bayer MaterialScience neue Perspektiven für farbiges Glas – als attraktive Alternative zur Einfärbung der Glasschmelze.
Es gibt ausreichend Gründe, nach einer Alternative zu suchen. Konventionell eingefärbtes Glas ist teuer und enthält oft giftige Schwermetalle, die das Recycling erschweren. Wird das Glas mit einer organischen Beschichtung versehen, anstelle – wie herkömmlich – aus gefärbten Glasmassen hergestellt, ist nur eine farblose Glasschmelze erforderlich. Infolgedessen braucht man keine unterschiedlich gefärbten Glasmassen vorzuhalten, und die einzelnen Farben können in kleinen Produktionschargen hergestellt werden, ohne dass bedenkliche Schwermetallsalze zum Einsatz kommen. Außerdem vergrößert sich bei der Beschichtung das Spektrum an verfügbaren Farben und Oberflächentexturen. Und nicht zuletzt lässt sich beschichtetes Glas besser recyceln, da der Sortiervorgang entfällt, denn das organische Material aus dem Bindemittel der Beschichtung wird beim Wiedereinschmelzen von Glas einfach abgebrannt.
Zusätzliche funktionale Eigenschaften
Die Beschichtung von Glas mit farbigen Lacken auf Polyurethanbasis erlaubt es auch, dem Glas spezielle Eigenschaften zu verleihen. Die Beschichtung erfüllt dann funktionelle Aufgaben, indem sie das Glas beispielsweise splitter- oder spülmaschinenfester macht und seine Kratz- oder Berstfestigkeit erhöht. Mit einer nur wenige Mikrometer dicken Schicht kann zum Beispiel die Innendruckfestigkeit von Leichtglasflaschen deutlich erhöht werden. Versuche mit Mineralwasserflaschen haben gezeigt, dass PUR-basierte Beschichtungen ihre Lebensdauer durch verbesserten Kratz- und Berstschutz deutlich verlängern. Neben den funktionellen Eigenschaften wie Abrieboder Chemikalienbeständigkeit lassen sich mit PUR-basierten Lacken auch Spezialeffekte erzielen, z. B. Milch-, Metallic-, Perlglanz- oder Softfeel-Glas. Bei Milchglas wird damit der Einsatz schädlicher Chemikalien vermieden.
Attraktive Alternative
Diese wässrigen organischen Glasbeschichtungen bestehen aus zwei Komponenten: einem OH-funktionalen Polyol mit haftverbesserndem Siloxanzusatz und dem entsprechenden Farbstoff sowie einem mit Wasser verdünnbaren, blockierten Polyisocyanat. Die Formulierung ist während der Lagerung äußerst stabil und kann wie jedes andere 1K-Produkt gehandhabt und aufgebracht werden. Sobald das Wasser verdunstet ist, wird die Beschichtung etwa 20 bis 30 Minuten lang bei ca. 170 °C eingebrannt. Bei diesen hohen Temperaturen deblockiert das Isocyanat und vernetzt mit dem Polyol. Die wässrigen Dispersionen werden unter der Marke Bayhydrol®, die Polyisocyanat-Vernetzer unter der Marke Bayhydur® vertrieben. Obwohl farbig beschichtetes Glas ursprünglich für Flaschen und Gläser konzipiert
wurde, findet es mittlerweile immer mehr Verbreitung zu dekorativen Zwecken in der Küche oder bei Möbeln. Bayer bietet für jedes Segment entsprechende Produkte an – von preisgünstig bis hin zu High-end.
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